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Er war bereit. Die Haare zurückgekämmt. Den Bart gestutzt, so wie es damals Mode war. Neues Hemd, neue Strickjacke, neue Hose. Ein einziges Bild, Ausdruck einer vergangenen Verspieltheit, hing noch an der Wand. Im Gang standen zwei Koffer, den Rest hatte er weggegeben. Versteigert auf Auktionsplattformen, der Schwester vermacht, vor das Haus gestellt mit einem Zettel dran: „Gratis“. Er würde lange weg sein, da lohnt es sich nicht, etwas einzustellen.

Draussen regnete es.

Er wird Zürich nicht vermissen. Die Stadt wurde langweilig in ihrer klinischen Sauberkeit. Kein Platz für Kreativität, keine Quellen der Inspiration. Alles war geplant, inszeniert, selbst der Ungehorsam. Die Stadt verlor ihre Selbstironie ob all der Lebensqualität.

Die Leere in der Wohnung machte ihn nicht nervös, aber ungeduldig. Zu viel Weiss an den Wänden. Keine Fingerfarbe, keine Spraydose um daran etwas zu ändern. Dabei hätte es noch gereicht für ein letztes Bild. Weniger farbig wäre es geworden als seine frühen Werke.

Es wurde dunkel.

Er packte den Laptop in die Tasche, nahm das Bild von der Wand und legte es auf die Koffer im Gang. Dann nahm er einen Bleistift, stellte sich vor eine der leeren Wände und begann zu zeichnen. Ein Selbstportrait, ohne Spiegel, ohne Foto, von dem er hätte abzeichnen können. Eine Nacht lang sollte er noch in Zürich bleiben. Als Abbild seines Selbstverständnisses.

Morgen würde der Raum neu gestrichen.

 

 

 

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